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AGCA

AG Christliche Archäologie zur Erforschung spätantiker, frühmittelalterlicher und byzantinischer Kultur

Die Christliche Archäologie gehört mit ihren Anfängen im Humanismus und in den konfessionellen Auseinandersetzungen von Reformation und Gegenreformation zu den ältesten archäologischen Disziplinen. Durch z.T. heftig geführte Debatten – wie der Orient- oder Rom-Frage – hatte sie sich schrittweise als eigenständiges akademisches Fach etabliert, das in der Regel als Teil der Kirchengeschichte an den theologischen Fakultäten angesiedelt war. Das ursprünglich auf den lateinischen Westen ausgerichtete Fach erweiterte sich um die Erforschung des byzantinischen Kulturkreises im Osten. Als die Arbeitsgemeinschaft 1981 mit dem Anspruch gegründet wurde, die wissenschaftliche Forschung zu den Denkmälern aus der Zeit der Spätantike, des Frühmittelalters sowie der byzantinischen Herrschaft zu fördern, hatte sich die Christliche Archäologie im deutschsprachigen Bereich von ihren konfessionellen Bindungen bereits weitestgehend gelöst.

Ausgehend von der Erforschung der Christianisierung des Römischen Reichs werden alle Bereiche der spätantiken Kultur einschließlich der profanen und der nicht-christlichen religiösen Monumente berücksichtigt. Der geographische Rahmen ist durch das römische Reich und seine Nachbargebiete vorgegeben. Chronologische Grenzen werden mit fließenden Übergängen durch die arabischen Erfolge im 7./8. Jahrhundert und im Westen spätestens mit dem Beginn der Romanik im 10. Jahrhundert gesetzt. Für den oströmischen Bereich wird der Untersuchungszeitraum mit einem weiteren Schwerpunkt auf der byzantinischen Kunst- und Kulturgeschichte bis zum Fall Konstantinopels 1453 fortgeschrieben.

Mit ihrem umfassenden Anspruch besitzt die Arbeitsgemeinschaft das Potential, sowohl zwischen Forschungen aus den Bereichen von Antike und Mittelalter als auch zwischen denen aus lateinischem Westen und griechischem Osten zu vermitteln. Dementsprechend bestehen vielfältige Anknüpfungspunkte zu Nachbardisziplinen wie der Klassischen und Provinzialrömischen Archäologie, der Ur- und Frühgeschichte, der Europäischen und Islamischen Kunstgeschichte, der Theologie und Kirchengeschichte und der Byzantinistik.

Die Arbeitsgemeinschaft versteht sich auch als Fachverband der institutionell an deutschen Universitäten und Museen mit einschlägigen Sammlungsschwerpunkten vertretenen Disziplin. Als ‚Christliche bzw. Byzantinische Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte‘ wird das Fach derzeit an neun Standorten gelehrt und ist in der Regel in Fachverbünden mit Archäologie oder Kunstgeschichte in den Philosophischen Fakultäten verankert. Die Christliche Archäologie besitzt außerdem eine Vertretung in der Zentraldirektion des Deutschen Archäologischen Instituts.

Zu einer Tagung der Arbeitsgemeinschaft mit umfangreichem Vortragsprogramm und Mitgliederversammlung wird in einem zweijährigen Rhythmus eingeladen. Jährlich erscheint ein Mitteilungsheft, um die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft über Tagungen, Ausstellungen, Lehre und Forschungen zu der Kultur der Spätantike, des Frühmittelalters und des Byzantinischen Reiches auf dem Laufenden zu halten.

Mit der ‚Freiburger Erklärung‘ von 2012 haben die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft eine Selbstverpflichtung im Umgang mit illegal beschafften archäologischen Objekten verabschiedet.

Mitglied kann jede Person werden, die der deutschen Sprache mächtig ist und sich wissenschaftlich mit den Denkmälern des spätantiken, frühmittelalterlichen und/oder byzantinischen Kulturkreises beschäftigt.

Interview mit der Vorstandsvorsitzenden der AGCA, Prof. Dr. Ute Verstegen,  zum Fach "Christliche Archäologie": https://www.kleinefaecher.de/beitraege/blogbeitrag/christliche-archaeologie.html

von S. Westphalen

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