Oberflächensurvey in Tawi Said (Oman), gefördert durch die DOG. Copyright: Stephanie Döpper / DOG.

Über uns

DOG

Deutsche Orient-Gesellschaft zu Berlin e. V. - Nationale Fachrepräsentanz mit internationaler kulturpolitischer Verantwortung

Ruhmvolle Vergangenheit

Bereits seit 1898 arbeitet die Deutsche Orient-Gesellschaft (DOG) mit Sitz in Berlin für die vorderasiatische Altertumskunde. Sie verfolgt zwei wesentliche Ziele: Zum einen fördert sie die Erforschung von Geschichte und Kulturen des Vorderen Orients und seiner Beziehungen zu den Nachbargebieten, insbesondere relevante Ausgrabungsprojekte. Zum anderen will sie Forschungsergebnisse einer breiteren Öffentlichkeit vor allem mit einer Vielzahl wissenschaftlicher und populärer Veröffentlichungen zugänglich machen.

Im vergangenen Jahrhundert unterstützte die DOG zahlreiche wichtige Großprojekte und trug dazu bei, die Vorderasiatische Archäologie als Disziplin an den Universitäten zu etablieren. Nachdem die Gesellschaft gegründet wurde, unternahm der Architekt und Archäologe Robert Koldewey 1899 die erste Expedition nach Babylon, um nach wissenschaftlichen Prinzipien den Palast Nebukadnezars II. auszugraben. Bis 1917 leitete er eine der größten und erfolgreichsten Grabungen im Vorderen Orient.

Es folgten Einsätze der DOG in der assyrischen Hauptstadt Assur (1903–1914) unter Leitung von Walter Andrae und weitere Expeditionen nach Schuruppak (Fara), Hatra und Uruk in Mesopotamien sowie Abusir und Amarna in Ägypten. Wichtige Expeditionen gingen in den 1970–1990er Jahren nach Syrien und Anatolien: die antiken Siedlungen Ekalte (Tall Munbaqa) und Tuttul (Tall Bi’a) konnten ebenso wie Kayalıpınar oder Sarissa (Kušaklı) mit Unterstützung der DOG erforscht werden.

Aktuelle Projekte: Beispiel Qatna

Im Zentrum der deutschen Ausgrabungen im syrisch-italienisch-deutschen Kooperationsprojekt von Qatna (Tall Mishrife) steht die Erforschung des Königspalastes aus der Mitte des 2. Jt. v. Chr. Eine sensationelle Entdeckung gelang im Jahr 2002, als die Königsgruft unter dem Fußboden des Palastes freigelegt wurde. Sie enthielt mehrere Bestattungen und zahlreiche Beigaben, vom Schmuck der Toten bis zu Opfergefäßen. Die Ergebnisse der Ausgrabung erlauben eine vollkommen neue Sicht auf die Geschichte und Kultur des 2. Jt. v. Chr.

Wissenschaftliche Veröffentlichungen

Die DOG fördert den wissenschaftlichen Diskurs über Gesellschaften und Geschichte des alten Orients durch die Herausgeberschaft von Periodika und Publikationsreihen. Die „Mitteilungen der Deutschen Orient-Gesellschaft zu Berlin“ ist das offizielle Organ der DOG. In ihr werden Berichte zu Ausgrabungen und deren Auswertung publiziert, die von der Gesellschaft durchgeführt und gefördert werden. Die Beiträge behandeln neben den überwiegenden archäologischen Berichten auch Beiträge zu philologischen, historischen, religiösen und kulturellen Fragen des altorientalischen Raumes. In der jährlich erscheinenden Zeitschrift „Alter Orient Aktuell“ publiziert die DOG kurze bilderreiche Artikel für einen größeren Kreis interessierter Leser. Zu den international renommierten Publikationsreihen der DOG zählen die „Wissenschaftliche Veröffentlichungen der Deutschen Orient-Gesellschaft“, die „Abhandlungen der Deutschen Orient-Gesellschaft“ sowie die „Colloquien der Deutschen Orient-Gesellschaft“.

Forschungsstipendium   

In diesem Jahr hat die DOG erstmals ein zweimonatiges Forschungsstipendium an einen irakischen Nachwuchswissenschaftler vergeben, der an der Universität Heidelberg ein assyriologisches Forschungsvorhaben bearbeitet hat. Für die DOG ist dies ein erster wichtiger Schritt im Hinblick auf die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Irak, die indirekt auch einen Beitrag zum Erhalt des immensen kulturellen Erbes dieses Landes darstellt. Die DOG will durch die Vergabe des Forschungsstipendiums nicht zuletzt auf den dringenden Handlungsbedarf im Bereich des wissenschaftlichen „Know-How-Transfers“ hinweisen und wird sich dafür engagieren, dass die entsprechenden politischen Rahmenbedingungen verbessert werden.

Mitgliedschaft im DVA

Die DOG bündelt die wissenschaftliche Kompetenz der vorderasiatischen Altertumskunde (Vorderasiatische Archäologie und Altorientalische Philologie) in Deutschland und versteht sich als Fachrepräsentanz mit internationaler kulturpolitischer Verantwortung. Dass die DOG zu den Gründungsmitgliedern des DVA zählt und so die Interessen der Vorderasiatischen Altertumskunde in Deutschland auf höchster Ebene vertreten und die politische Arbeit des Verbandes von Anfang an mitgestalten kann, ist für die Gesellschaft daher von erheblicher Bedeutung.

Die Deutsche Orient-Gesellschaft e. V. ist ein gemeinnütziger Verein und nicht auf Gewinnerzielung gerichtet. Jede Person oder Institution kann Mitglied werden. Mitglieder erhalten jährlich die „Mitteilungen der Deutschen Orient-Gesellschaft“ sowie das Magazin „Alter Orient aktuell“. Außerdem können sie weitere Publikationen der DOG vergünstigt beziehen. Zu den regelmäßig stattfindenden internationalen wissenschaftlichen Colloquien der DOG sind alle Mitglieder zu einer ermäßigten Tagungsgebühr eingeladen. Anträge auf Mitgliedschaft können unter www.orient-gesellschaft.de gestellt werden.

 

Kontakt

Deutsche Orient-Gesellschaft e. V.
Hüttenweg 7
14195 Berlin
Telefon 030 844 14 79 25
Fax 030 83 85 36 00

E-Mail: dogva@​mail.zedat.fu-berlin.de

von Markus Hilgert

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